In Allgemein

Auslandsimmobilie kaufen: Von der Neustadt in die SchweizAnzeige Es ist Freitagnachmittag auf der Alaunstraße, irgendwo zwischen Spätshop, Fahrradwerkstatt und einem Coworking-Space im dritten Hinterhof. Am Nebentisch sitzt jemand mit Baseler Dialekt und einem Laptop voller Exposés – und erzählt, dass er zu Hause bei einem Immobilienmakler Reinach seit zwei Jahren auf der Liste steht und trotzdem nichts findet, was bezahlbar wäre. In Dresden sei er eigentlich nur wegen einer Konferenz. Aber jetzt läuft er durch die Äußere Neustadt und rechnet.

Diese Szene ist keine Erfindung, sondern ein Muster. Wer eine Auslandsimmobilie kaufen möchte, landet früher oder später bei Städten wie Dresden: gewachsene Quartiere, echter Altbau, eine Kreativwirtschaft mit Substanz, dazu Halbleiterindustrie und eine Exzellenzuniversität, die dafür sorgen, dass die Nachfrage nicht am Tourismus hängt. Umgekehrt gilt dasselbe: Dresdner, die in der Schweiz arbeiten oder dort Familie haben, stellen fest, dass der Weg zu einer Wohnung im Birstal deutlich verwinkelter ist als gedacht.

Erfaren Sie, was beim Immobilienkauf zwischen Deutschland und der Schweiz wirklich anders läuft: Kaufprozess, Nebenkosten, Finanzierung, Steuern und erhalten Sie Antworten auf die Frage, wer überhaupt kaufen darf. Denn eine Auslandsimmobilie kaufen heißt nicht nur, ein Objekt zu finden. Es heißt, ein zweites Regelwerk zu lernen.

Warum die Dresdner Neustadt Käufer aus der Schweiz interessiert

Die Äußere Neustadt ist eines der größten zusammenhängenden Gründerzeitviertel Deutschlands, das den Krieg und die anschließenden Abrissplanungen überlebt hat. In den Achtzigern war das Quartier halb verfallen, in den Neunzigern Baustelle und Freiraum gleichzeitig, heute ist es saniert, bewohnt, bespielt und dauerhaft in Bewegung. Diese Geschichte erklärt, warum hier fast jeder Straßenzug anders aussieht – und warum Preise auf engem Raum stark schwanken.

Für Käufer von außerhalb ist das zunächst irritierend. Wer aus einer Region kommt, in der Bauzonen streng geordnet und Objekte knapp, aber homogen sind, muss in Dresden umdenken: Hier entscheidet nicht der Ortsname über den Wert, sondern der Hinterhof, das Baujahr der letzten Sanierung und die Frage, ob das Erdgeschoss eine Bar oder ein Steuerbüro beherbergt.

Zwischen Alaunpark, Kunsthofpassage und Bautzner Straße

Die Neustadt hat mehrere Gesichter, und sie liegen wenige Minuten auseinander. Rund um die Alaunstraße und die Louisenstraße ist es laut, jung und nachtaktiv; hier finden Sie die Kneipendichte, für die das Viertel bekannt ist, und im Juni die Bunte Republik Neustadt, wenn das Quartier für ein Wochenende sein eigenes Land ausruft. Die Kunsthofpassage mit ihren bemalten Höfen und der Fassade, die bei Regen Musik macht, ist Touristenmagnet und Nachbarschaftsdurchgang zugleich.
Nur wenige Straßen nördlich, oberhalb der Bautzner Straße, ändert sich der Ton. Hier wird es ruhiger, grüner, die Höfe werden tiefer, und man merkt, dass Familien dieses Stück Neustadt für sich entdeckt haben. Der Alaunpark ist im Sommer Wohnzimmer, Grillplatz und Hundewiese in einem. Weiter Richtung Elbe liegt die Innere Neustadt mit Albertplatz, Dreikönigskirche, dem Barockviertel um die Königsstraße und dem Goldenen Reiter – bürgerlicher, teurer, ruhiger.

Coworking, Kreativwirtschaft und Silicon Saxony

Die Neustadt ist seit Jahren der Ort, an dem Dresdens Selbstständige, Agenturen, Designer und Softwareleute arbeiten. Coworking-Spaces, Ateliers und kleine Studios sitzen in Seitenflügeln und Dachgeschossen, oft ohne Schild an der Straße. Das hat zwei Effekte auf den Immobilienmarkt: Erstens gibt es eine stabile Nachfrage nach Wohnungen mit Arbeitszimmer und guter Internetanbindung. Zweitens werden gewerblich nutzbare Erdgeschoss- und Hofflächen gesucht, was sie als Anlage interessant macht.

Dazu kommt der industrielle Unterbau, den man dem Viertel nicht ansieht. Dresden ist das Zentrum von Silicon Saxony, dem größten Mikroelektronik-Cluster Europas, mit Halbleiterfertigung im Norden der Stadt und Zulieferern im Umland. Die Technische Universität Dresden, mehrere Fraunhofer-Institute und die Universitätsmedizin bringen zusätzlich hochqualifizierte Zuzügler in die Stadt. Für Immobilienbesitzer heißt das: Die Mieterschaft ist gemischt und nicht von einer einzigen Branche abhängig – ein Punkt, der bei der Bewertung von Auslandsimmobilien häufig zu kurz kommt.

Erreichbarkeit: wie weit Basel wirklich weg ist

Eine Frage, die vor dem Kauf oft zu spät gestellt wird: Wie kommen Sie eigentlich hin? Von Basel aus ist Dresden per Bahn mit einem Umstieg in Frankfurt oder Leipzig erreichbar, realistisch in sechs bis sieben Stunden – ein Reisetag, kein Nachmittagsausflug. Mit dem Auto sind es rund 700 Kilometer über Nürnberg und Chemnitz. Der Flughafen Dresden-Klotzsche bietet vor allem Verbindungen über Frankfurt und München, was die Sache in der Praxis selten schneller macht.
Vor Ort dreht sich das Bild ins Positive. Der Bahnhof Dresden-Neustadt liegt am Rand des Viertels, Straßenbahnen fahren dicht und lange, und die meisten Wege in der Neustadt legt man ohnehin zu Fuß oder mit dem Rad zurück. Ein Auto brauchen Sie hier nicht – ein Parkplatz ist eher ein Problem als ein Vorteil, was Sie bei Objekten mit Stellplatz allerdings sofort im Preis sehen.

Die Konsequenz für Ihre Planung: Kalkulieren Sie zwei bis drei Reisen pro Jahr ein, nicht zwölf. Alles, was häufiger anfällt, muss vor Ort erledigt werden – von der Wohnungsübergabe bis zum Handwerkertermin. Wer das von Anfang an einplant, wählt Verwaltung und Dienstleister anders aus als jemand, der glaubt, mal kurz vorbeifahren zu können.

Was Gründerzeitaltbau in der Neustadt tatsächlich bedeutet

Altbau in der Neustadt ist ein Versprechen und eine Verpflichtung. Auf der Habenseite: Deckenhöhen um drei Meter, Stuck, Kastendoppelfenster, Dielen, Flügeltüren, oft ein zweiter Hof mit Baumbestand. Auf der Sollseite: Sanierungswellen aus den Neunzigern, die inzwischen selbst in die Jahre gekommen sind. Viele Häuser wurden zwischen 1993 und 2000 mit Fördermitteln komplett hergerichtet – Dächer, Leitungen, Heizungen und Fenster erreichen jetzt schlicht ihr Lebensalter.

Prüfen Sie daher konsequent: Wann wurde das Dach zuletzt angefasst? Welche Heizungsanlage steckt im Keller, und wie sieht der Energieausweis aus? Wie hoch ist die Instandhaltungsrücklage der Eigentümergemeinschaft, und was steht in den letzten drei Protokollen? Bei denkmalgeschützten Objekten – und in der Neustadt stehen ganze Straßenzüge unter Schutz – kommt hinzu, dass Fassade, Fenster und teils auch Innenausbau nicht frei veränderbar sind. Das ist ästhetisch ein Geschenk, kalkulatorisch aber ein Aufschlag von zwanzig bis dreißig Prozent auf viele Maßnahmen.

Marktlage: Was realistische Erwartungen sind

Dresden hat die Preissteigerungen der Niedrigzinsjahre mitgemacht, in der Neustadt teils kräftig, und seit der Zinswende eine Sortierung erlebt: Käufer verhandeln länger, prüfen genauer und bewerten Energiekennwert und Sanierungsstau viel strenger als früher. Gute Objekte in gepflegten Häusern wechseln weiter zügig den Besitzer, während unsanierte Wohnungen mit hohem Verbrauch deutlich schwerer verkäuflich geworden sind.

Für Sie als Käufer ist das eine brauchbare Ausgangslage. Wenn Sie den Sanierungsbedarf seriös beziffern können, haben Sie Verhandlungsspielraum, den es vor einigen Jahren nicht gab. Was Sie dafür brauchen, sind Zahlen statt Gefühl: Der Grundstücksmarktbericht des Gutachterausschusses und die Bodenrichtwerte für Dresden sind öffentlich zugänglich und erden Preisgespräche erstaunlich schnell. Ergänzend lohnt der Blick in den Dresdner Mietspiegel, weil er die erzielbare Miete realistischer abbildet als jede Renditeangabe im Exposé.

Und noch ein nüchterner Punkt zum Zeithorizont: Mit Erwerbsnebenkosten von gut sieben Prozent und einer zehnjährigen Spekulationsfrist ist eine deutsche Immobilie keine kurzfristige Anlage. Wer zehn Jahre und länger denkt, steht hier deutlich entspannter da als jemand, der auf einen schnellen Wertsprung hofft.

Auslandsimmobilie kaufen in Deutschland: der Ablauf ohne Überraschungen

Der deutsche Kaufprozess ist für Schweizer Käufer erfreulich vertraut und in einem Punkt deutlich einfacher: Es gibt keine Genehmigungspflicht. Wer im Ausland lebt, darf in Deutschland Wohn- und Anlageimmobilien erwerben, ohne eine Behörde um Erlaubnis zu bitten. Das ist der entscheidende Unterschied zur Gegenrichtung, auf die wir später kommen.

Notar, Grundbuch und der Weg zum Eigentum

Der Kaufvertrag muss in Deutschland notariell beurkundet werden. Der Notar ist dabei neutral und vertritt keine Seite; er entwirft den Vertrag, liest ihn im Termin vollständig vor und übernimmt die Abwicklung. Nach der Beurkundung wird zunächst eine Auflassungsvormerkung ins Grundbuch eingetragen, die Ihre Position sichert. Erst wenn Kaufpreis, Grunderwerbsteuer und Lastenfreistellung erledigt sind, folgt die Umschreibung – zwischen Termin und Eigentum liegen realistisch zwei bis vier Monate.

Zwei Praxishinweise: Lassen Sie sich den Vertragsentwurf mindestens zwei Wochen vorher schicken und arbeiten Sie ihn durch, statt sich auf das Vorlesen zu verlassen. Und klären Sie früh, ob Sie den Termin persönlich wahrnehmen oder über eine notariell beglaubigte Vollmacht abwickeln – für Käufer aus Basel und Umgebung ist Dresden zwar per Bahn erreichbar, aber ein Tagesausflug wird es nicht.

Nebenkosten, Steuern und laufende Posten in Sachsen

Rechnen Sie die Erwerbsnebenkosten von Beginn an ein, sie sind kein Rundungsfehler:

  • Grunderwerbsteuer: in Sachsen 5,5 Prozent des Kaufpreises
  • Notar und Grundbuch: überschlägig 1,5 bis 2 Prozent
  • Maklerprovision: bei Wohnungen und Einfamilienhäusern an Privatkäufer zwischen Verkäufer und Käufer geteilt
  • Grundsteuer: jährlich, seit der Reform nach neuen Bemessungsgrundlagen
  • Wohngeld und Rücklage: bei Eigentumswohnungen monatlich, häufig unterschätzt
  • Spekulationsfrist: bei Verkauf innerhalb von zehn Jahren ist der Gewinn grundsätzlich steuerpflichtig

Zur Besteuerung von Mieteinnahmen: Nach dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz werden Einkünfte aus unbeweglichem Vermögen dort besteuert, wo die Immobilie liegt. Als in der Schweiz wohnhafte Person sind Sie mit den deutschen Mieteinnahmen in Deutschland beschränkt steuerpflichtig und geben dort eine Steuererklärung ab. Die Schweiz stellt diese Einkünfte in der Regel frei, berücksichtigt sie aber bei der Satzbestimmung. Bitte behandeln Sie das als Orientierung, nicht als Beratung – Details wie der Grundfreibetrag bei beschränkter Steuerpflicht, Abschreibungen und die Behandlung von Sanierungskosten gehören in die Hände einer Steuerberatung, die beide Systeme kennt.

Finanzierung über die Grenze: Franken, Euro und zwei Denkschulen

Hier trennen sich die Welten. Schweizer Hypotheken sind auf Dauer angelegt: hohe Beleihung, indirekte Amortisation, Tragbarkeitsrechnung mit kalkulatorischem Zinssatz, oft eine Hypothek, die über Jahrzehnte bestehen bleibt. Deutsche Banken denken in Annuitätendarlehen mit fester Zinsbindung, klarer Tilgung und dem Ziel der vollständigen Rückzahlung.

Für Sie bedeutet das drei Dinge. Erstens: Eine Schweizer Bank finanziert deutsche Objekte oft nur eingeschränkt oder gar nicht. Zweitens: Deutsche Banken verlangen bei Kreditnehmern mit Wohnsitz und Einkommen im Ausland regelmäßig mehr Eigenkapital und eine sehr saubere Unterlagenlage – Lohnausweise, Steuerbescheide, Nachweise über Vermögen. Drittens: Wenn Sie in Franken verdienen und in Euro finanzieren, tragen Sie ein Währungsrisiko, das über die Laufzeit spürbar werden kann. Ein Puffer ist hier keine Zusatzoption, sondern Teil der Kalkulation.

Der Blick zurück: Was ein Immobilienmakler Reinach anders erlebt

Wer die Richtung wechselt, merkt schnell, dass die Schweiz kein spiegelbildlicher Markt ist. Reinach im Kanton Basel-Landschaft – nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Ort im Aargau – liegt im Birstal, gut fünfzehn Minuten mit dem Tram vom Basler Zentrum entfernt, umgeben von Arlesheim, Aesch und Dornach. Gewachsener Dorfkern, Einfamilienhausgebiete, ein paar Mehrfamilienhäuser, dazwischen Grünflächen, die nicht bebaut werden dürfen. Ein Ort, in dem man gerne bleibt.

Knapper Markt, strenge Zonen, wenig Bewegung

Ein Immobilienmakler Reinach arbeitet mit einem Bestand, der praktisch nicht wächst. Die Bauzonen sind eng definiert, die Verdichtung ist politisch umkämpft, und wer eine Liegenschaft besitzt, verkauft sie selten aus Not. Das führt zu einem Markt, in dem die Vermarktung nicht das Problem ist – der Zugang ist es. Objekte gehen häufig weg, bevor sie öffentlich ausgeschrieben werden, und Interessentenlisten sind lang.

Genau daraus entsteht der Blick nach außen. Wenn im Umland von Basel Eigentum für viele unerreichbar bleibt, wird die Idee, eine Auslandsimmobilie kaufen zu wollen, vom Luxusgedanken zur nüchternen Alternative. Deutschland liegt dabei nicht nur geografisch nahe: gleiche Sprache, vergleichbares Rechtsverständnis, keine Erwerbsbeschränkung.

Lex Koller – warum es umgekehrt schwieriger ist

Dresdner, die in der Schweiz kaufen wollen, stoßen auf das Bundesgesetz über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland, kurz Lex Koller. Vereinfacht gesagt: Wer keinen Wohnsitz in der Schweiz hat, braucht für den Erwerb von Wohnimmobilien eine Bewilligung – und die gibt es nur in engen Grenzen.

  • Mit Schweizer Wohnsitz und EU-/EFTA-Staatsangehörigkeit können Sie eine selbst genutzte Hauptwohnung grundsätzlich frei erwerben
  • Ohne Wohnsitz in der Schweiz ist der Kauf von Wohnraum als reine Kapitalanlage nicht möglich
  • Ferienwohnungen sind nur in ausgewiesenen Fremdenverkehrsorten und im Rahmen kantonaler Kontingente erwerbbar – das Basler Umland gehört nicht dazu
  • Gewerblich genutzte Flächen wie Büros, Praxen oder Werkstätten sind dagegen bewilligungsfrei erwerbbar

Für ein Ferienhaus im Birstal heißt das ganz konkret: Es wird nichts daraus, solange Sie nicht dort wohnen. Wer eine Auslandsimmobilie kaufen möchte und dabei an die Schweiz denkt, sollte diese Prüfung an den Anfang stellen und nicht ans Ende. Rechtsberatung vor Objektsuche – das ist die richtige Reihenfolge.

Nebenkosten, Eigenmittel und Tragbarkeit auf Schweizer Art

Kommt der Kauf in Frage, gelten andere Kennzahlen. Üblich sind mindestens zwanzig Prozent Eigenmittel, davon ein Teil nicht aus der Pensionskasse. Banken rechnen die Tragbarkeit mit einem kalkulatorischen Zinssatz deutlich über dem Marktzins und setzen Nebenkosten pauschal an; die Gesamtbelastung soll ein Drittel des Bruttoeinkommens nicht übersteigen. Dazu kommen kantonal unterschiedliche Handänderungssteuern und Notariatskosten sowie – anders als in Deutschland – der Eigenmietwert, der bei selbst genutztem Eigentum als Einkommen versteuert wird. Wer nur deutsche Maßstäbe im Kopf hat, verschätzt sich hier zuverlässig.

Neustadt im Alltag: was Sie mitkaufen

Eine Wohnung ist nie nur eine Wohnung, und in der Neustadt gilt das besonders. Sie kaufen ein Viertel mit sehr ausgeprägtem Eigensinn – das kann man lieben oder anstrengend finden, ignorieren kann man es nicht.

Vom BRN-Wochenende bis zum Novembergrau

Mitte Juni wird die Äußere Neustadt drei Tage lang zur Bunten Republik: Straßenmusik in jeder Ecke, Bierbänke, Kuchenstände in Vorgärten, und morgens danach ein Viertel, das aussieht wie nach einem Sturm. Wer im Erdgeschoss an der Louisenstraße wohnt, plant dieses Wochenende ein. Der Rest des Sommers ist Alaunpark, Elbwiesen, Freilichtkino und Balkonabende, im Herbst kommen Konzerte in der Scheune, Kino in der Schauburg und die Theater dazu.

Und dann gibt es den Dresdner November, in dem der Elbnebel bis in die Hinterhöfe zieht. Genau dann sollten Sie eine Wohnung besichtigen. Sie hören, wie dünn die Hofwände sind, Sie riechen feuchte Keller, und Sie merken, ob die Heizung mit Altbau-Deckenhöhen zurechtkommt. Objekte, die im Februar überzeugen, überzeugen im Juni sowieso.

Die andere Schweiz vor der Haustür

Ein Detail, das Basler Besucher jedes Mal amüsiert: Eine Dreiviertelstunde stadtauswärts beginnt die Sächsische Schweiz. Sandsteintürme, Schrammsteine, Basteibrücke, Elbtal – Wandergebiet und Klettergeschichte in einem, benannt im 18. Jahrhundert von zwei Schweizer Künstlern, die sich an ihre Heimat erinnert fühlten. Für Wochenendbesitzer ist das ein echtes Argument: Sie haben Stadt, Fluss und Fels innerhalb einer Stunde, mit S-Bahn statt Auto.

Für die Vermietung ist die Nähe ebenfalls relevant. Dresden funktioniert als Städtereiseziel über das ganze Jahr, gestützt von Semperoper, Frauenkirche, Zwinger und den Museen im Residenzschloss – und die Neustadt profitiert davon als Gegenprogramm zur Altstadtkulisse.

Vermieten und verwalten, wenn Sie nicht in Dresden wohnen

Der schwierigste Teil einer Auslandsimmobilie ist selten der Kauf. Es ist der Betrieb danach – vor allem, wenn zwischen Ihnen und der Wohnung siebenhundert Kilometer liegen.

Mietrecht: fest, sozial, mieterfreundlich

Deutsches Mietrecht ist auf Dauerverhältnisse ausgelegt. Unbefristete Verträge sind der Normalfall, Kündigungen durch den Eigentümer nur mit gesetzlichem Grund möglich, Mieterhöhungen an Mietspiegel und Kappungsgrenzen gebunden. In angespannten Wohnungsmärkten – und Dresden gehört je nach aktueller Landesverordnung dazu – gelten zusätzliche Beschränkungen bei Neuvermietung und Erhöhung. Lassen Sie den geltenden Stand vor dem Kauf prüfen, denn hier ändert sich regelmäßig etwas.

Für die Kalkulation heißt das: Rechnen Sie mit stabilen, aber nicht schnell steigenden Mieten. Wer aus einem Markt kommt, in dem Wohnungen bei jedem Wechsel neu bepreist werden, muss diese Erwartung anpassen. Der Vorteil liegt auf der anderen Seite – geringe Leerstandsquoten und verlässliche Mieter über viele Jahre.

Kurzzeitvermietung, WEG und Hausverwaltung

Ferienvermietung ist in Wohnquartieren kein Selbstläufer. Neben kommunalen Regeln zur Zweckentfremdung entscheidet die Eigentümergemeinschaft mit, was in einem Haus zulässig ist – ein Blick in Teilungserklärung und Beschlusssammlung ist Pflicht, bevor Sie mit Tagespreisen rechnen. Auch bauliche Fragen wie Schallschutz und Zugang spielen hinein.

Für die Verwaltung auf Distanz brauchen Sie zwei Dinge: eine Hausverwaltung, die erreichbar ist und Protokolle sauber führt, und einen Handwerkerkontakt vor Ort, der auch bei einem tropfenden Ventil im Januar rangeht. Fragen Sie potenzielle Verwaltungen konkret, wie viele Einheiten sie betreuen und wie lange sie auf E-Mails brauchen. Diese beiden Antworten sagen mehr über die kommenden Jahre als jedes Exposé.

Wen Sie an Ihrer Seite brauchen

Bauen Sie sich ein kleines Team, bevor Sie kaufen, nicht danach:

  • Makler mit Quartierskenntnis, der Straßen und nicht nur Postleitzahlen unterscheidet
  • unabhängiger Gutachter für Bausubstanz, Feuchte und Sanierungsstau
  • Energieberater, wenn eine Modernisierung ansteht
  • Steuerberatung mit Grenzerfahrung für beide Seiten der Grenze
  • Notar – gestellt, aber Sie dürfen Fragen stellen, so viele Sie wollen
  • Hausverwaltung, deren Referenzen Sie tatsächlich angerufen haben

Das klingt aufwendig, und es ist es auch. Aber jede dieser Rollen kostet einen dreistelligen bis vierstelligen Betrag, während ein übersehener Dachschaden fünfstellig wird.

Fazit

Eine Auslandsimmobilie kaufen bedeutet zweimal Hausaufgaben: einmal für das Objekt, einmal für das Rechtssystem. Zwischen Dresden und dem Basler Umland ist die Richtung dabei entscheidend. Für Käufer aus Reinach, Arlesheim oder Basel ist Deutschland offen – keine Bewilligung, ein klar geregelter Notarprozess, dafür 5,5 Prozent Grunderwerbsteuer in Sachsen, mieterfreundliches Recht und eine Finanzierung, die deutlich mehr Eigenkapital und Nachweise verlangt als gedacht. In der Gegenrichtung setzt die Lex Koller enge Grenzen: Ohne Schweizer Wohnsitz ist Wohneigentum als Anlage praktisch ausgeschlossen, und ein Ferienobjekt im Birstal ist keine Option.

Die Dresdner Neustadt ist für dieses Vorhaben ein guter Ort, weil sie nicht von einer einzigen Branche und nicht vom Tourismus lebt. Gründerzeitaltbau mit Charakter, Kreativwirtschaft in den Hinterhöfen, Silicon Saxony im Norden, TU und Universitätsmedizin als Anker – das ist eine belastbare Mischung. Der Preis dafür ist Aufmerksamkeit im Detail: Sanierungszyklen aus den Neunzigern, Denkmalschutz, Rücklagen, Lärm in den Nachtstraßen und ein Viertel, das seinen Eigensinn behält.

Unsere Handlungsempfehlung ist deshalb unspektakulär und wirksam: Klären Sie zuerst die rechtliche und steuerliche Seite, bevor Sie das erste Exposé öffnen. Holen Sie ein Finanzierungsgespräch bei einer deutschen Bank ein, solange Sie noch kein Objekt haben. Kommen Sie dann zweimal her – einmal im Juni, einmal im November – und laufen Sie die Straße Ihres Wunschobjekts zu unterschiedlichen Tageszeiten ab. Lassen Sie ein unabhängiges Gutachten erstellen und die Protokolle der Eigentümergemeinschaft lesen. Und danach setzen Sie sich in einen Hinterhof an der Alaunstraße, trinken einen Kaffee und entscheiden mit Kopf und Bauch. Die Neustadt kann mit beidem umgehen – sie ist genau so entstanden.

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann verpassen Sie nicht die Gelegenheit, auch diese Kategorie zu entdecken.

Loading

Beginnen Sie mit der Eingabe und drücken Sie Enter, um zu suchen

Kneipenviertel Dresden Altstadt