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Spanking - eine spannende Geschichte von Liebe und Schmerz

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Nicht erst seit Beate Uhse und dem SM-Trend der 1980er Jahre wird in vielen Beziehungen, Bordellen sowie SM-Studios gepeitscht, geklatscht und gepaddelt. Das Spanking erfreut sich seit langer Zeit einer großen Beliebtheit und ein Ende ist nicht in Sicht.

Das Versohlen eines Hinterns aus einer erotischen Motivation heraus wird meist als Spanking bezeichnet, was vom Englischen ins Deutsche übersetzt soviel bedeutet wie Prügeln. Eigentlich ist diese Praxis ja von Früher als Körperstrafe bekannt, aus den Bereichen Familie, Schule, aber auch vom Militär oder angeordnet von einem Gericht. Wann oder warum genau sich daraus eine relativ beliebte Variante des Liebesspiels entwickelte, kann im Rückblick kaum noch festgestellt werden. Sicher ist nur, dass sich Spanking bereits seit sehr langer Zeit großer Beliebtheit erfreut.

Aufzeichnungen über erotische Schläge tauchen nach heutigem Kenntnisstand vor etwa 2000 Jahren fast zeitgleich in unterschiedlichen Teilen der Welt auf. In Indien in den Schriften des berühmten Kamasutra, in China durch Schriften und Gemälde des Daoismus und in Europa durch Texte wie den Roman Satyricon des römischen Senators Titus Petronius Arbiter. Mindestens seitdem ist das Spanking eine verbreitete sexuelle Spielart, die bis heute mal mehr mal weniger gesellschaftlich akzeptiert wird.

Marquis de Sade machte Spanking wieder berühmt 

Ab dem 17. Jahrhundert unserer Zeit erfahren die erotischen Hiebe geradezu eine Renaissance. Einen großen Anteil an dieser Entwicklung hatte der französische Autor Donatien Alphonse François de Sade, nach seinem Adelstitel meist Marquis de Sade genannt. Dieser war mit einem ganz besonders starken Sexualtrieb ausgestattet, was ihm zu seinen Lebzeiten, während denen die Macht der Kirche und religiöse Moralvorstellungen in der Gesellschaft noch stark präsent waren, einige Einweisungen in Irrenhäuser und Gefängnisaufenthalte bescherte. Diese Zwangspausen von seinem überaus wollüstigen Lebensstil hatten allerdings zur Folge, dass der Wüstling genügend Zeit hatte, all seine Gedanken und Erfahrungen niederzuschreiben. Vier bis heute sehr berühmte Romane waren die Folge seiner langen Arrestzeiten, wo auch Schreibverbote ihn nicht daran hindern konnten, seine Werke in Miniaturschrift anzufertigen, damit er nicht durch übermäßigen Papierverbrauch auffalle.

Er sei ‘Wahnhaft vom Laster besessen’, wurde ihm damals attestiert und ein Blick in seine Bücher scheint dies auf imposante Art und Weise zu bestätigen. Jedoch leben wir heutzutage selbstverständlich in anderen Verhältnissen und bei gegenseitigem Konsens darf sich jeder in der Kunst des Spankings betätigen. Seit Marquis de Sade haben sich solche Praktiken immer stärker in der öffentlichen Kultur etabliert, bis hin zum weltweiten Teenie-Hit ‘Fifty Shades of Grey’. Wie bedeutend der Marquis für diese Entwicklung war zeigt die Tatsache, dass der heutige Begriff Sadismus direkt von seinem Nachnamen abgeleitet wurde. Trotzdem dass im 21. Jahrhundert, also etwa 200 Jahre nach de Sades Tod, durch das Internet eine riesige Masse an Pornographie leicht verfügbar ist, kann seinen Geschichten kaum ein Film das Wasser reichen, so detailreich und so extrem sind seine Bücher. Wer sich traut, der kann sich ja gerne mal eines zu Gemüte führen. 

BDSM und die Lust der Bestrafung

An dieser Stelle einige Hinweise zu den Begrifflichkeiten. Spanking ist lediglich ein kleiner Teilbereich von dem, was aktuell meist BDSM genannt wird. Diese Abkürzung steht für Bondage, Dominance, Sadism und Masochism - also übersetzt für Fesselkunst, andere dominieren, anderen Schmerzen zufügen und selbst schmerzvolle Handlungen empfangen. Wer ein Spanking lustvoll empfängt, der ist Masochistisch veranlagt und wer in Ekstasen dabei gerät andere zu spanken, der ist bevorzugt Sadistisch. Die austeilende Person wird dabei auch Dom genannt, was von Dominance herrührt, während die Schläge empfangende Person Sub genannt wird, von submissive, also unterwürfig.

Die Rollen können dabei je nach Vorliebe getauscht werden und beides zusammen heißt dann Sadomasochismus. Oftmals sind solche Praktiken in Erziehungsspiele eingebunden, bei denen eine Person der anderen Vorschriften macht oder Aufgaben stellt, die dann bei Nichteinhaltung oder Nichterledigung eben entsprechend bestraft werden. Dabei sind vielfältige Rollenspiele möglich, wobei die Kreativität keine Grenzen kennen muss. Viele Menschen setzen BDSM mit dem Tragen von aufwändiger, schwarzer Lack & Leder Kleidung gleich, was für einen großen Teil der BDSM-Anhänger tatsächlich dazu gehört. Allerdings gibt es im BDSM noch viele weitere Trends, etwa den sogenannten Weißen Bereich, wo sich alles um Doktorspiele und andere medizinische Rollenspiele dreht.

Das Feld ist weit und das gute alte Spanking einfach ein besonders verbreiteter Ausdruck davon und die Begeisterung wächst. Mittlerweile berichten selbt Erotikportale für die Escort-Vermittlung, z.B. das in Hannover tätige Erobella.com, von einer stetig steigenden Nachfrage im Bereich BDSM, Bizarr und Fetisch. 

Bestrafungsinstrumente - die Qual und die Wahl

Haben sich zwei oder mehrere Personen zu einem Spanking zusammengefunden, dann stellt sich schnell die Frage nach einem geeigneten Bestrafungsinstrument, sofern es nicht die bloße Hand sein soll, die Schläge austeilt. Den LiebhaberInnen der erotischen Prügelkunst steht dabei ein stattliches Arsenal zu Auswahl: Teppichklopfer, unterschiedliche Peitschen wie etwa der mehrriemige Martinet, die traditionelle Birkenrute oder für die, die es etwas intensiver mögen auch gerne der berüchtigte Rohrstock oder der fiese Ochsenziemer.

Im Grunde kann jeder Gegenstand verwendet werden, der das gewünschte Ergebnis herbeiführen kann und von allen Beteiligten akzeptiert wird. Innerhalb der Szene wird der aktive Part übrigens oft Spanker genannt, während der Empfangende Teil Spankee heißt. Manche genügen sich mit ein paar Klapsen auf den Po, während sich andere in höhere Geisteszustände empor dreschen. Das wichtigste ist dabei, dass stets alles in beiderseitigem Konsens geschieht und sich niemand ernsthaft verletzt. Tastet euch daher ruhig langsam vorwärts bei euren BDSM-Versuchen und vergesst nicht ein Safeword auszumachen, das unbedingt respektiert werden muss. Von dem her kann zum Abschluss nur noch allen Lesern ein weiterhin genüssliches Spanking gewünscht werden.

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