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Alkoholverbot und Videoüberwachung gegen die Krawalle?
Ortsbeirat
schlägt Einrichtung einer Arbeitsgruppe Alaunstraße
vor
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Videoüberwachung
in der Alaunstraße - "Objektiv" betrachtet |
Mit
dem Problem der kürzlich aufgeflammten Krawalle in der Alaunstraße
widmete sich der Ortsbeirat Neustadt am 21. November einem besonders
heiklen Thema. Als Vertreter der Landeshauptstadt Dresden waren
der Leiter des Ordnungsamtes Ralf Lübs, der Revierleiter des
Polizeireviers Neustadt Wolfhardt Hack und Gerhard Breiter als Vertreter
des Jugendamtes zur Ortsbeiratssitzung erschienen, um mit den Ortsbeiräten
und Bürgern Lösungsmöglichkeiten des aktuellen Problems
zu diskutieren. Die Alaunstraße sei aus Sicht der Polizeibehörde
das ganze Jahr über unruhig, so Hack. Einen besonderen jahreszeitlichen
Schwerpunkt bilde dabei aber, wie auch im diesem Jahr wieder, jeweils
der Herbst. Unter den acht Festgenommenen der letzten Krawalle waren
allerdings keine Neustadtbewohner. Solidarisierungen zwischen Stadtteilbewohnern
und den Krawallverursachern seien nicht erkennbar gewesen.
Als
kurzfristige Maßnahme gegen den Krawalltourismus soll daher
die zunächst für einen Monat ab Anfang Dezember in Kraft
tretende Polizeiverordnung zum Verbot des Straßenverkaufs
von Alkohol in der Äußeren Neustadt Abhilfe schaffen,
welche freitags und samstags in der Zeit von 22.00 Uhr bis 5.00
Uhr gilt. Eine kontinuierliche Verlängerung dieses Polizeiverbots
ist geplant.
An
dem Konzept zur Videoüberwachung gefährdeter Bereiche
in der Äußeren Neustadt wird laut Hack derzeit mit Nachdruck
gearbeitet. Auf einen etwa 80prozentigen Anteil an Auswärtigen
unter den Jugendlichen, die sich am Wochenende regelmäßig
in der Alaunstraße vor dem Kulturzentrum Scheune versammeln,
wies auch Gerhard Breiter hin. Dieser Anteil sei durch begleitende
Sozialarbeit bekannt, weshalb man auch bereits Kontakt zu Jugendeinrichtungen
in den Umlandkreisen der Landeshauptstadt aufgenommen habe. Die
Folge dieses Sachstandsberichtes war eine leidenschaftliche Debatte
mit Bürgerbeteiligung in der Ortsbeiratssitzung, wobei die
Meinungen zur Ursache der jüngsten Krawalle und zu geeigneten
Gegenmaßnahmen sehr kontrovers waren. Besonders gespalten
waren die Auffassungen zum geplanten Alkoholverkaufsverbot und der
ebenfalls geplanten Videoüberwachung.
Während
seitens anwesender Bürger schnelle und wirksame Maßnahmen
zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit gefordert
wurden, hegte der Ortsbeirat starke Zweifel an der Eignung der geplanten
Maßnahmen zur Vermeidung weiterer Krawalle in der Äußeren
Neustadt. Weder das Alkoholverkaufsverbot noch die geplante Videoüberwachung
wurden als zielführende Beiträge zur Problemlösung
eingestuft. Stattdessen schlug der Ortsbeirat die Bildung einer
Arbeitsgruppe Alaunstrasse zur nachhaltigen und integrativen
Problembewältigung vor. Dieser Arbeitsgruppe sollen sowohl
Vertreter der Anwohner und der Gewerbetreibenden wie auch Vertreter
der Stadtverwaltung und der Ordnungsbehörden angehören,
um so zwischen allen betroffenen Gruppen moderierend und problemlösend
tätig werden zu können.
Text: Theodor van Bernum
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