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"Wenn
mancher Mann wüßte, wer mancher Mann wär ..."
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Der
"Letzte Heller" in einer Ansicht von der Jahrhundertwende |
Die
Schankwirtschaft "Zum letzten Heller" an der alten Radeburger
Straße war jahrhundertelang für Wanderer und Forstleute,
aber auch für Mitglieder höfischer Jagdgesellschaften
eine beliebte Raststätte. Ihr origineller Name beschäftigte
alle Gäste vor und nach der Erfrischung und wenn einer gut
Bescheid wusste und eine Legende vom letzten Heller erzählte,
war er sich der Aufmerksamkeit auch an den Nebentischen gewiss!
Vor
allem faszinierte die Sage vom Handwerksburschen, der den Schlangenkönig
am Olterteich überlistete. Der Bursche wusste nämlich
wie man dem König der Ottern die goldene Krone abluchsen musste.
Er breitete dazu sein Tuch aus, legte den einzigen ihm noch verbliebenen
Heller darauf und rief laut nach dem Gebieter der Hellerschlangen.
Nicht lange danach legte dieser seine goldene Krone neben die Münze
und - wie man vermuten konnte - ergriff unser Held im passenden
Moment Decke, Heller und Krone und verschwand in Richtung Dresden.
Dort veräußerte er seinen Schatz bei einem Goldschmied,
erwarb bald danach ein Gelände in den Hellerbergen und errichtete
die Schänke mit dem Namen: "Zum letzten Heller"!
Ob
den späteren Besitzern, wie Oberforstmeister Hans Caspar Knoch
oder dem Jagdschreiber Johann Hahn, diese Glückslegende bekannt
war, als sie sich 1673 mit Schankstube, Herberge und Weinberg hier
sesshaft machten? Ob die nachfolgenden Eigentümer und Pächter,
Wolf Dietrich von Erdmannsdorff, der Forstbeamte Ponickau, die Familie
von Pflugk (Johanna Christine geb. von Flugk) oder Johann Georg
Seidel, alle Glücksritter waren, die hier eine Goldgrube entdecken
wollten?

Das einstige Bacchusportal befindet sich heute an der Secundogenitur,
auf der Rückseite der Brühlschen Terrasse |
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Erdmannsdorff
zumindest dachte mehr an einen "Lustsitz hinter den Trachenbergen",
denn 1688 ließ der noble Genießer neben dem Herrenhaus
ein Weinkellergewölbe mit einem noch heute bekannten Bacchus-Portal
einrichten.
Gastwirt
Paul Lindner ergriff 1916 seine Chance, als er die Hellerschänke,
die Gaststätte "Zum letzten Heller", pachtete und
gleich auch die altbekannte Anekdote vom August dem Starken geschäftstüchtig
wieder belebte. Sie berichtete ja davon, dass August selbst einmal
1690 in der versteckten Waldschänke um Herberge bitten musste.
Als er am folgenden Morgen jedoch nur einen Heller als Zeche vorweisen
konnte, schrieb er - bevor er von der Jagdgesellschaft endlich entdeckt
worden war - den so tiefsinnigen Text auf eine Holztafel: "Wenn
mancher Mann wüsste, wer mancher Mann wär, gäb mancher
Mann manchem Mann manchmal mehr Ehr."
Hier
bei Paul Lindner (Fernruf 5 35 66) saßen nun an den Wochenenden
Tausende Dresdener, speisten, tranken, tanzten und erzählten
natürlich immer wieder auch die Geschichte vom König August.
Sie lallten die königlichen Reime - schließlich mussten
sie ihn in der Schule oft genug als Zungenbrecher vortragen!
1956
wurde in der volkstümlichen Gaststätte das letzte Glas
geleert. Ein Baubetrieb erhielt den letzten Heller für den
"Rückbau" und wird ihn unbewusst für neues Bauholz
aus dem Hellerwald veräußert haben.
Die
Dresdener Denkmalschützer aber retteten das prächtige
Portal vom Weinkeller, bewahrten es sicher und haben es beim Neubau
des Hotels "Dresdener Hof" an der Secundogenitur "wiedergeboren"!
Heute
glänzen dort die Wappen des Wolf Dietrich von Erdmannsdorff
und das der Johanna Christiane geb. von Flugk und endlich können
wir uns nach der Story auch die Kürzel (im Portal) erklären.
Text: Hans Ruben
Fotos: Stadtmuseum (1), DNO
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