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Viel
Museum auf wenig Raum
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Villa
Augustin, Gartenansicht |
Eine
willkommene Gelegenheit um der Enge in der elterlichen Wohnung zu
entfliehen, bot sich dem jungen Erich Kästner beim Besuch in
der Villa seines Onkels Franz Augustin. Dieser hatte es durch den
Handel mit Pferden zu einigem Wohlstand gebracht und besaß
seit Anfang des 20. Jahrhunderts ein komfortables Grundstück
am Albertplatz. Sofern Kästner nicht im Betrieb des Onkels
mithalf, genoß er es, von der Gartenmauer aus das rege Treiben
auf dem Albertplatz zu beobachten. Was lag also näher, ein
Museum für Erich Kästner in seiner Heimatstadt in der
Villa Augustin einzurichten?
Das
wahrscheinlich schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts errichtete
Haus blieb im Zweiten Weltkrieg unversehrt und befand sich bis ca.
1988 in Familienbesitz. Die Sanierung des Gebäudes erfolgte
ab 1998, nachdem die DKV (Deutsche Kankenversicherung) das Grundstück
erworben hatte.

Museumsraum
mit einigen der "Ausstellungssäulen" |
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Am
23. Februar 2000 konnte das Erich-Kästner-Museum eröffnet
werden. Dabei ist neben dem Ausstellungsthema an sich auch das von
Museumsgründer Ruairi O'Brien entwickelte Konzept der Präsentation
bemerkenswert. Denn anders als allgemein üblich erwarten den
Besucher keine großformatigen Wandtafeln oder Ausstellungsvitrinen,
sondern dreizehn mobile Säulen, die mit verschiedenen Schubladen,
Regalelementen und Präsentationsflächen für "Ausstellungsobjekte
zum Anfassen" bestückt sind. Alle diese Säulen widmen
sich bestimmten Aspekten in Kästners Leben und Werk, denen
der Betrachter sich auf ganz spielerische Art und Weise nähern
kann. Zum Ausstellungskonzept gehört außerdem die Integration
moderner Multimediatechnik (PC, Internet, Video u.a.). Aufgrund
der platzsparenden Präsentationsform ist es möglich, die
Villa Augustin auch für andere Zwecke zu nutzen. So fand u.a.
das Dresdner Literaturbüro hier seinen Sitz und es werden in
regelmäßigen Abständen verschiedene Veranstaltungen,
wie z.B. Lesungen durchgeführt.
Einen
Nachteil hat das von den Organisatoren so bezeichnete "mobile
interaktive micromuseum" allerdings: die Besucherkapazität
ist etwas begrenzt. Deshalb sollten für eine Besichtigung des
Kästner-Museums nicht nur die Wochenenden genutzt werden.
Mehr Informationen unter www.erich-kaestner-museum.de
Fotos: Archiv DNO, Erich-Kästner-Museum
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