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August
Hecht - ein kleiner Fisch?
von
Hans Ruben
Der
"Blaue Hecht" war ein bekannter und beliebter Gasthof
an der Radeburger Straße. Genau auf der Kreuzung von Hansa-,
Maxim-Gorki- und Hechtstraße hat er gestanden und schon 1735
hat der Neudorfer Revierförster, August Hecht nach Erwerb des
anliegenden Weinbergs den Schankbetrieb aufgenommen!
Der
August - Sie bemerken sicher den patriotischen Vornamen! - war naturgemäß
nicht nur ein erfahrener Baum- und Strauchkundiger sondern auch
ein erfolgreicher Rebstockschneider und zusätzlich noch - wen
wundert es? - ein cleverer Fuchs!!
Hier
an der bedeutenden Verbindungsstraße von der Residenz nach
dem Norden entdeckte er nämlich eine Marktlücke! Hier
wollte er die erschöpften Reisenden laben und beköstigen
und natürlich den Wein seines angrenzenden Weinberges anbieten!
| Das
"Marketing" bewährte sich tatsächlich über
200 Jahre lang! Bewegte Zeiten erlebten Wirte, Kellner, Köche
und Gäste in all den Jahren! Hofgesellschaften kehrten
gerne ein beim Ausritt in die Hellerberge! Soldaten, Handlesreisende,
Handwerksburschen mit und ohne "PS" machten Rast in
der Schänke "Hechts genannt"! Auch freche Preußen
und charmante Haudegen von Napoleons Gnaden verlangten hier
Bier, Wein, Most und Wasser! |
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Der
"Blaue Hecht" in einem zeitgenössischen Aquarell.
Es ist neben einigen anderen Motiven aus dem Hechtviertel
in der Gaststätte "Zum Fritz" auf der Hechtstraße
ausgestellt.
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Aufregung
gab es dann 1861 selbst für den Wirt - sicher ein Urenkel vom
Hechtaugust - als er das Haus rekonstruierte und es seinen Gästen
im zeitgemäßen "out fit" wieder präsentierte!
"Der Hecht, das bin ich!" rief er damals selbstbewußt
und wir wollen seinen heimlichen Wunsch verstehen, einmal auch Gastgeber
und Mundschenk von seiner Majestät, König Johann spielen
zu dürfen!
Jahrzehntelang
blieb unser vertrauter Rasthof "Zum Hecht" dennoch ein
Begriff, eine angenehme Adresse, ein Geheimtipp sogar! 1938 aber
war eine Zeit angebrochen, die Autobahnzubringern den Vorrang gab
und ohne Rücksicht auf Stammgäste und auf bedürftige
Landesreisende wurde das so bekannte Haus abgebrochen und eingeebnet!
Nur ein Hinweisschild mit den 2 Worten "Richtung Autobahn"
gab noch Auskunft über den Zug der Zeit.
August
Hecht aber war deshalb nicht vergessen! Sein Name ist uns heute
in der "Hechtstraße" und im angrenzendem Wohngebiet
- das als Hechtviertel bezeichnet wird - noch immer gegenwärtig!
Wer könnte da behaupten, der August Hecht war nur ein kleiner
Fisch?
Mehr Informationen zur Hechtstraße finden Sie auch in unserer
Rubrik Die
Geschichte der Neustädter Straßennamen
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